Flyer Harey

Harey 2.0 - updated

eine Performance*Choreografie

Das ist Harey, wie sie die Sonne genießt. Das ist Harey, wie sie ankommt.
Das ist Harey, wie sie nicht weinen kann. Das ist Harey, wie sie merkt, dass etwas nicht stimmt.
Das ist Harey vorgestern. Das ist Harey gestern. Das ist Harey heute.

Harey steckt fest in einer Zeitschleife. Auf ihrer Raumstation herrscht zunehmend Chaos: Datenmüll verstopft die
Ausgänge, ein grandioser Kabelsalat verursacht von Retro-Amaturen und Gerätschaften längst vergangener Tage,
bei denen selbst Harey nicht mehr weiss, wie was womit verbunden ist. Doch sie ist nicht allein, da sind diese beiden
anderen. Und alle drei ahnen es: Sie sind nicht die "wahre" Harey.
Sie können nicht schlafen, nicht essen, nicht trinken Ihre Handlungsmöglichkeiten beschränken sich auf das gleiche
Set von Informationen, ihre Existenz besteht aus den fragmentarischen Erinnerungen anderer. Sie sind die Kopien
eines Datensatzes, den einst irgendwo, irgendjemand hochgeladen hat.

Auf der Suche nach Kontakt ist Harey gefangen in einem Endlosloop des ewig Selben. Auch der Selbstmord misslingt,
denn das Sterben ist im Datensatz nicht vorgesehen. Trotz ihres limitierten Daseins ist Harey zur Erkenntnis fähig.
Immer wieder schafft sie es einen Systemfehler zu erzeugen wodurch für einen Moment eine andere Realität durch-
bricht: Die graue Szenerie wird angehalten und die Performerinnen fordern den leeren Raum heraus:

Wenn das hier ein Theater wäre, dann wäre das der Schnürboden, das die Rampe und dieses Dings hier könnte alles bedeuten.
Wenn das hier das Internet wäre, dann wäre das der Browser, das die Firewall und Harey wäre ganz sicher ganz woanders.
Wenn das hier eine Geschichte wäre, dann könnte sie eine Wendung nehmen...

Pandora Pop entwirft ein Zukunftsszenario im Retro- und Lo-Fi-Charme alter Science-Fictions, in dem das Profil "Harey"
in gleich drei Versionen zu neuem Leben erwacht und erfinden so die zeitgenössischen Schwestern der gleichnamigen
Figur aus Stanislaw Lems 1961 erschienenem Roman "Solaris". Während Lems "Harey" aus den durch den Planeten
Solaris materialisierten Erinnerungen ihres Partners Kris Kelvin besteht, ist Pandora Pops "Harey" das kopierte Produkt
aus dem Datenmüll eines irgendwo im WWW gespeicherten Profils. Eine post-humane analoge Repräsentanz, irgendwo
zwischen Avatar, Androide und Alien. Über ihre Protagonistin "Harey" beschäftigt sich PANDORA POP mit der Frage, was
unser Online-Leben noch vom Offline-Leben unterscheidet und wie soziale Internetplattformen unser Leben beschränken
oder erweitern. Wie verändert sich unsere Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung über das Internet?

Harey 2.0 – updated ist die überarbeitete Version der vorangehenden Produktion Harey updating her profile.
Als Gastkünstlerin arbeitet Verena Lobert mit Pandora Pop zusammen, sie ist freie Theaterschaffende und
Gründungsmitglied der Künstlerischen Arbeitsgemeinschaft für Theater, Performance & Aktion: Fräulein Wunder AG.

Von und mit: Verena Lobert, Katharina Trabert, Anna Winde-Hertling, Britta Wirthmüller
Produktion: PANDORA POP
Bühne und Kostüm:
Anna van Leen
Video und Licht:
Mirco Winde
Technische Assistenz:
Thomas Brenneis

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Diese Produktion ist Gast der Tanztendenz München.

TERMINE:
Sonntag, den 16.10. (Premiere) und Montag, den 17.10.2011 jeweils um 20:30 Uhr


Pathos Ateliers – München

Dachauer Str. 112d
80636 München

Tickets unter: www.pathosmuenchen.de oder 089 – 12 11 10 75

Eintritt: 15.-/10.- Euro


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